Rheine, 24. September 2026 – Traditioneller Industriestandort und moderne Entwicklungsstätte zugleich: Vertreter der EWG für Rheine mbH und der Stadt Rheine haben am 15. September das Werksgelände von F.A. Kümpers in Gellendorf besucht. Positiv überrascht wurden sie von der Tatsache, dass die Firmen Kümpers, Borgmann+Hopster, Steimel Logistik und Salm Haustechnik mittlerweile wieder gut 100 Mitarbeiter auf dem Gelände der ehemaligen Spinnweberei beschäftigen.

Die ehemalige Spinnweberei wurde zwischen 1910 und 1912 von F.A. Kümpers samt Arbeitersiedlung errichtet und galt seinerzeit als einer der modernsten Betriebe ihrer Art. Lichtdurchflutete Spinn- und Websäle in Shed-Dach-Bauweise, elektrisch betriebene Spinnmaschinen und eine eigene Stromerzeugung zeugten schon damals vom technologischen Anspruch des Unternehmens. Die imposante Maschinenhalle erinnert bis heute an diese Epoche.

Seit 2015 hat Kümpers das Werk Gellendorf wieder zum zentralen Entwicklungs- und Produktionsstandort ausgebaut und dafür einen zweistelligen Millionenbetrag investiert. Statt der früheren Massenfertigung von Garnen und Geweben stehen heute High-Tech-Textilien, innovative Herstellungsprozesse sowie die Entwicklung der dafür benötigten Maschinen und Anlagen im Mittelpunkt.

„F.A. Kümpers zeigt eindrucksvoll, wie sich industrielle Tradition und technologische Innovation miteinander verbinden lassen. Dass am Standort Gellendorf heute rund 100 Menschen arbeiten und gleichzeitig an zukunftsweisenden Lösungen entwickelt und produziert wird, ist ein starkes Signal für den Wirtschaftsstandort Rheine“, erklärt Ingo Niehaus, Geschäftsführer der EWG.

Die Anwendungsfelder sind vielfältig: In jedem dritten in Deutschland zugelassenen Elektro-Pkw steckt nach Angaben des Unternehmens ein Gewebe von Kümpers. Speziell ausgerüstete Zwirne ermöglichen die lösemittelfreie Herstellung von Kupplungsreibbelägen. Für Wasserstoff-Hochdrucktanks entwickelt Kümpers sogenannte Towpregs, mit denen sich die Wickelgeschwindigkeit verdreifachen lässt. Carbonfaserverstärkte Betonbauteile befinden sich derzeit im Forschungsstadium.

Auch Kreislaufwirtschaft spielt eine wichtige Rolle. Für verschlissene Handtuchrollen entwickelt Kümpers ein Rücknahmesystem: Die Textilien werden recycelt, zu neuen Garnen versponnen und anschließend erneut zu Handtuchrollen verarbeitet. Für dieses Projekt gewann der Auszubildende Lenn Heeke den ersten Preis bei den „Circularity Scouts“ der IHK Nord Westfalen.

Impulse für weitere Innovationen entstehen unter anderem durch die Zusammenarbeit mit Hochschulen wie der RWTH Aachen und der TU Dresden.

„Das Kümpers-Gelände ist ein traditionsreicher Industriestandort mit großem Entwicklungspotenzial. Die positive Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt, welche Perspektiven hier bestehen. Künftige Vorhaben wird die Stadt daher konstruktiv begleiten und unterstützen“, sagt Mark Dieckmann, Beigeordneter und Stadtbaurat.

Damit bleibt das 1886 gegründete Familienunternehmen auch im 140. Jahr seines Bestehens seinem Anspruch treu, industrielle Erfahrung mit technologischer Weiterentwicklung zu verbinden.

Bild vlnr

Ingo Niehaus

Geschäftsführer bei EWG Entwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft für Rheine mbH

Mark Dieckmann

Beigeordneter und Stadtbaurat, Stadt Rheine

Dirk Symanzik

Kaufmännischer Leiter, Kümpers GmbH

Dr.-Ing. Rudolf Bonse

General Manager, Kümpers GmbH

Kontakt:

EWG – Entwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft für Rheine mbH

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48431 Rheine

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